Erzgebirgisch Deutsches Wörterbuch

D wie Deichslhersch - Hot mr dann ufn Tallr, braucht mr a kaane Preislbeer


Jedr vun uns, werd schie mal mit nen scheen Dingl oder nen scheen Dingerich is Dingl nei gelaafn sei. Dis is abr kane Soch, so e Ding, sonnern e Madl oder e Gung oder e bestimmts Flackl. Do muss mr sich schie e monchesmol froong, ob dis noch aanr verstieht.

Die Buchstaben "d" und "t" sind wie auch "b" und "p" in der Mundart nicht zu unterscheiden. Man spricht sie in der Regel mehr "d" als "t". Die einzelnen Stichwörter wurden aber dennoch unter dem jeweiligen Index abgelegt, um den Leser möglichst das gewohnte Schriftbild zu präsentieren. Obwohl in Mundart viele Verkürzungen oder Auslassungen vorherrschen, tritt das "t" in Wörter, die mit "sch" beginnen, häufig voran: schaukeln (tschaukln), rutschen (tschinrn). Innerhalb von Wörtern sieht das aber schon wieder ganz anders aus. Hier wird "d" häufig weggelassen oder verblasst: laden (lo[d]n), ändern (ännrn), werden (wern); das gleiche gilt für "t": untere (unnere). Auch am Ende von Wörtern fällt das "d" aus: Perd (is Pfār, de Pfēr).



 NEU daamisch
dämlich, blöd <Adjektiv>
Iech bie ganz daamisch hiegeflugn. ... Ich bin ganz blöd hingeflogen.

 NEU daarfn
dürfen
Daarfn diedn dos? ... Dürfen die denn das?

Dachhos, dr
die Katze [wörtlich: Dachhase]

eine Ohrfeige verabreichen <Verb>
Iech war dr glei enne dachtln. ... Ich werde dir gleich eine Ohrfeige geben.

Dämse, de <))
schwüle Hitze; stickige feuchte Luft [zu Dampf]
Heit is wiedr enne Dämse! <)) ... Heute ist es wieder schwül und heiß.

 ÄND därmlich <))
schwindelig sein, auch: türmlich (taumelig, schwankend) [befinden]
Mir wars galing esu därmlich ... ... Mir war es plötzlich so schwindelig ...

unwohl sein, schwindlich sein [befinden]
mir is gonz dumm un damisch <)) <)) ... unwohl sein [befinden]
mir is su damisch in Kop <)) <)) ... mir ist so unwohl [befinden]

sinnlos beschäftigen, spielen, lange für etwas brauchen (auch dautln) <Verb>
Hehr auf ze damprn, mach wos Richtsches! ... Spiel nicht rum, tue etwas Richtiges!

 NEU Dangl, dr; Dangerschnodln
Fichten-, Tannennadeln
Kehr mol dan Dangl unnrn Baam wag. ... Kehr mal die Nadeln unter dem Baum weg.

Abfallen von Tannen- und Fichtennadeln <Verb>
Nach 3 Togn fing dr Christbaam aa ze dangln. ... Nach 3 Tagen fielen die ersten Nadeln vom Christbaum.

 NEU dann
den, dem
Haste dann Bleedmaa gesah? - Dann passiert schu nuch wos! ... Hast du den Blödmann gesehen? - Dem passiert schon noch etwas!

 NEU danne
denen
Danne warschs zeign! ... Denen werde ich es zeigen.

der (betont); sonst dr
Dar fahlt mr noch in meinr Sammlung. ... Der fehlt mir noch in meiner Sammlung (der hat mir noch gefehlt).

 NEU Darfl, is
Dörflein, kleines Dorf
Su e schienes Darfl wie Brünnels gibts viele in unnerm Arzgebirg. ... So ein schönes Dörflein wie Brünlos gibt es viele in unserem Erzgebirge.

 NEU darr
dürr; vertrocknet, verdorrt; sehr mager, hager <Adjektiv>
Dos Gros is abr darr wurn. ... Das Gras ist aber vertrocknet.
Dar hot abr ohgenomme, dar is ja richtsch darr wurn. ... Der hat aber abgenommen, der ist ja richtig dürr geworden.

Daum, dr
der Daumen
Dos is dr Daum, dar schittlt de Pflaum, ... ... Das ist der Daumen, der schüttelt die Pflaumen,...

sinnlos vor sich hin beschäftigen (auch damprn) <Verb>
du Dautelsack <)) ... jemand, der dautelt, nichts fertig bringt
wos dautelstn su rüm <)) ... arbeiten, ohne dass etwas richtig fertig wird

de <))1
die <Art.>

de <))2
du (nur bei Fragen, Zusammenschreibung mit Verb ohne "t")
Hasde? <)) ... Hast du?
kimmsde mol har <)) ... Kommst du mal her?

 NEU Dechsl, de
die Deichsel; Teil eines Wagens zum Ziehen und Lenken
War hot dee von Handwogn de Dechsl zerrammlt? ... Wer hat denn vom Handwagen die Deichsel zerbrochen?

 ÄND dechtn <))
ich dächte; sich etwas einbilden; mitunter auch: sich freuen [wörtlich: deuchten, deucht von dünken] <Verb> [gefuehlewesenszug]
heit tut se sich abr dechtn <)) ... heute freut sie sich sehr [gefuehleseele]
Iech decht, s wär mr ze teir. ... Ich dächte, es wäre mir zu teuer.

 ÄND dee <))
denn
wie, war, wos, wu, warim ... dee? <)) <)) ... wie, wer, was, wo, warum ... denn?

 NEU (de) Gresstn
die Größten
Mir wärn garn de Gresstn. ... Wir wären gern die Größten.
... un war hot de gresstn Ardeppln? ... ... und wer hat die größten Kartoffeln?

Pferd (meist scherzhaft als billiges Fleisch)
dis Fleesch is su dreich, amende isses Deichslhirsch <)) ... das Fleisch ist so zäh (trocken), am Ende handelt es sich um Pferdefleisch

 ÄND deitsch
deutsch
Deitsch un frei woll mr sei un do bleim mr aa drbei ... (Anton Günther) ... Deutsch und frei wolln wir sein und da bleiben wir auch dabei ... (Anton Günther) .

 NEU (de) Klennstn
die Kleinsten
De Klennstn hom de gresstn Guschn. ... Die Kleinsten haben den größten Mund.

Derrlendr, dr <))
hagerer, schmächtiger, hochgeschossener Mensch (scherzhaft) [wörtlich: Dürrlender, dürre Lenden]

dünn, dürr, hager, lang aufgeschossen (Derrlendr)

Derrwanst, dr <))
dürrer Mensch (Derrlendr, Fettwanst) [wörtlich: Dürrwanst, dürrer Wanst (Bauch)]

 ÄND derrwenstsch <))
dünn, mager, schmal (Derrlendr) [wörtlich: dürrwänstig]
Dar Spargel is mr ze derrwenstsch. ... Dieser Spargel ist mir zu dünn.

 NEU desderhalbn
deshalb
... desdorhalbn tut dar itze dumm ... ... ... deshalb trotzt er jetzt ...

 ÄND desdrwaang <))
siehe drwaang [wörtlich: desdawegen]
Du hattst miech ageruft, desdrwaang kumm iech. ... Du hattest mich angerufen, deswegen komme ich.

 ÄND Dez, dr <))
Kopf
Dar hot glei eens offn Dez gekricht. <)) ... Der hat gleich einen Schlag auf den Kopf gekriegt.

Dickicht, dichtes, undurchdringliches Gebüsch, Gestrüpp; Wald mit dichtem Unterholz
Im Dickscht hammr uns vrluffn. ... Im Dickicht haben wir uns verlaufen.

 NEU dieletzt
letztens; vor kurzem
Dos is arscht dieletzt passiert. ... Das ist erst kürzlich passiert.

 NEU Dill, de
Lichthalter (die Kerze steht in einer Vertiefung: Delle)
Nu sei de Lichtrdilln schu wiedr wag. ... Nun sind die Lichthalter schon wieder weg.

Ding1, is <))
Stätte, Ort bei Richtungsabgaben; das kann ein Haus, ein Dorf, eine Straße usw. sein (auch in adverbialen Zusammensetzungen wie dingnauf usw.)
der Bach fließt dingenunner <)) ... der Bach fließt hinunter
dingnauf gieh <)) ... dorfaufwärts gehen
in Ding nauf gieh <)) ... ins Dorf hinauf gehen

 ÄND Ding2, is <))
Mädchen, Frau (auch abwertend)
efeltsches Ding <)) ... einfältige Frau (abwertend)
hibsches Dingl <)) ... hübsches Mädchen
bieses Ding ... bösartige Frau (Hexe)

 NEU dingeniebr
dort hinüber
Dar rammlt aafach iebr de Stroß dingeniebr. ... Der rennt einfach über die Straße hinüber.

Dingerich, dr <))
eigenartiger Kerl
He, dei Nachbar is e putzschr Dingerich? ... Nicht wahr, dei Nachbar ist ein eigenartiger Kerl?

 NEU Dingr, dr
Dünger
Dar flisssche Dingr is prima. ... Der Flüssigdünger ist prima.

Dings, dr
Irgendetwas (überlegend, wenn man nicht gleich auf den Namen kommt)
Du wesst schu, hier - dr Dings ...

Irgendeiner (auch Dings) (wenn man nicht auf den Namen kommt)
War dr Dingskargn bei dir? Wesst schu ... hier dr Dings... (Mr ward alt!) ... War der ... bei dir? Du weißt schon... dr Dings ..(Man wird alt.)

 NEU dingsnim
drumherum
Groddorch kaste net meh laafn, itze musste dingsnim giehe. ... Gerade durch kannst du nicht mehr laufen, jetzt musst du drumherum gehen.

 NEU dinnhäutsch
dünnhäutig; 1. eine dünne Haut aufweisend; 2. [zu] sensibel, [über]empfindlich <Adjektiv>
Su e Zelt is fei dinnhäutsch, do härste olles. ... So ein Zelt hat eine dünne Haut, da hört man alles.
Iech hätt net gedacht, dass su e grußr Maa su dinnhäutsch sei kaa. ... Ich hätte nicht gedacht, dass so eingroßer Mann derart empfindlich sein kann.

Dienstag [wochentage]

Dippl, is <))
Tasse, kleiner Topf [von Töpfchen] [trinken]

deinetwegen
Iech mach dos bluß dirwaang. ... Ich mach das nur deinetwegen.

 NEU Dischkur, dr
Diskussion, Unterhaltung
Bei dan Dischkur hammr olles geklärt. ... Durch unsere Unterhaltung haben wir alles geklärt.

 NEU Displee, is
Display; Werbemittel; Gerät oder Bauteil zur optischen Darstellung einer Information in Form von Ziffern, Buchstaben, Zeichen ...; Anzeige
... dos ward uffm Displee agezeicht. ... ... das wird auf dem Display angezeigt.

 NEU ditschn
kurz eintauchen, beleidigt sein
n Keks in Kaffee eiditschn ... einen Keks in den kaffee tauchen
Der ditscht schie widdor! ... Er ist wieder beleidigt

denn (auch -n)
wudn? <)) ... wo denn?
wardn? ... wer denn?
wuhiedn? ... wohin denn?

 NEU dodorbei; drbei
dabei
... iech hob ne drbei drwischt. ... ... ich habe ihn dabei erwischt.
... dodrbei wolltr wos Guts machn. ... ... dabei wollte er etwas Gutes tun.

 NEU dodorfier
dafür (da dafür)
Dodorfier hätt iech kee Gald ausgegaam. ... Dafür hätte ich kein Geld ausgegeben.

 NEU dodormiet
damit
Iech will dodormiet nischt ze tu hamm. ... Ich will damit nichts zu tun haben.

 NEU dodra
daran; dadran <Adverb>
Dodra lieschts net. ... Daran liegt es nicht.

 NEU dodraufhie
daraufhin; aus diesem Grund (Anlass) <Adverb>
Sie suchn in dr Zeitung gute Leit, dodraufhie kumm iech. ... Sie suchen in der Zeitung gute Leute, daraufhin bin ich hier.

 NEU dodraus
daraus <Adverb>
Dodraus ward nischt! ... Daraus wird nichts!

 NEU dodrunner
darunter <Adverb>
Wos vrstiste dodrunnr? ... Was verstehst du darunter?

 NEU dodrva; dorvu
davon
Wos haste dodrva? ... Was hast du davon?
... dos hste nu dorvu. ... ... das hast du nun davon.

 NEU dogetratn
dastehen; an einer Stelle, einem Ort stehen; sich in einer bestimmten Lage, Situation, Verfassung befinden
Dar hot dogetratn, als hättne dr Blitz getroffn. ... Er stand da, als hätte ihn der Blitz getroffen.
Die Firma hat schu lang gut dogetratn. ... Diese Firma hat schon lange gut dagestanden.

 NEU dohie
dahin
Leech mol dos Btatt dohie ... ... Leg mal das Brett dahin ...

hier, genau hier (auch nur hierde) [wörtlich: da hier]
Dohierde liecht doch dei Zeich! ... Hier liegt doch dein Zeug!

 NEU dohiertnrim
in der Umgebung (hier ringsherum)
Dohiertnrim haast dos ahm su. ... Hier ringsherum heißt das eben so.

Doktr, dr
der Doktor, der Arzt
Beim Doktr warste wuhl noch net? ... Beim Arzt warst du wohl noch nicht?

damals (vor vergangener Zeit)
... domols warn mr aa noch gung! ... ... damals waren wir auch noch jung!

 NEU donaus
dahinaus
Donaus giehts net, do is Sackgass. ... Dahinaus geht es nicht, das ist eine Sackgasse.
Donaus lääft dos also. ... Dahinaus läuft das also.

 NEU donei
da hinein
Donei missmor! ... Da hinein müssen wir!

Donnerstag (auch Darschtich) [wochentage]

 NEU doraus
daraus; da heraus <Adverb>
Do musste saa, wos doraus ward. ... Da musst du sehen, was daraus wird.

 NEU dorch
durch
Hier miss mr dorch. ... Das müssen wir schaffen.
De Sichrung war dorch. ... Die Sicherung war durchgebrannt.

 NEU Dorchenannr, is
Durcheinander; Unordnung; auch: Verwirrtheit
Findste noch wos bei dein Dorchenannr? ... Findest du noch etwas bei deiner Unordnung?

 NEU dorchkeie
durchkauen, diskutieren, durchnehmen, besprechen <Verb>
... dos missmor nuchmol dorchkeie. ... ... das müssen wir nochmal besprechen.

Dorfdunsl, dr <))
dummer Mensch der dafür bekannt ist (Dunsl)

 NEU dorgegn; dorwidr
dagegen
Saahs, wenn de wos dorwidr hast. ... Sage es, wenn du etwas dagegen hast.

 NEU dorgleing
dergleichen, nicht dergleichen tun (nicht das tun, was erwartet wird, nicht reagieren)
Iech hobsn gesaat, denkste dee dar tu dorgleing? ... Ich habe es ihm gesagt, denkst du denn er reagiert?

 NEU dornahm
daneben
Nei und dornahm gieht viel. ... Hinein und daneben geht viel.

 NEU dornoch
danach
... bis zor Kreizung, dornoch rachts wag ... ... ... bis zur Kreuzung, danach rechts abbiegen ...

Dorscht, dr
Durst
Vun dan Harich ward abr e Dorscht. ... Von dem Hering wird aber Durst.

 NEU dorschtig
durstig <Adjektiv>
... de Blümle sei fei a dorschtig. ... ... die Blümchen sind aber auch durstig.

dort, da
Dorte sitztr doch. ... Da sitzt er doch.
Is stand vornstn noch dorte. ... Es stand vorhin noch dort.

 NEU dorwaagn
eigentlich, derwegen, immerhin
Dos is dorwaang ganz schie frech. ... Das ist eigentlich ganz schön frech.

 NEU dorwidr; dorgegn
dagegen
Du hättst wuhl wos dorwidr? ... Du hättest wohl etwas dagegen einzuwenden?

 NEU Dorwiereisen, is
ein hartnäckiger Nörgler
Du bist fei e Dorwiereisen! ... Du nörgelst (meckerst) eisern (beharrlich) an einer Sache herum.

 NEU dorwiern
nörgeln, meckern, kritisieren <Verb>
Ihr kennt nur dorwiern. ... Ihr könnt nur nörgeln.

das
Suwos Gscheites, dos kennt vu mir sei. ... Soetwas Kluges, das könnte von mir sein.

 NEU dosmol
diesmal
Dosmol hattr net racht. ... Diesmal hatte er nicht recht.

unlängst, neulich, damals (vrgange)
dovorgange ho iech de Om besucht <)) ... vor kurzem habe ich die Oma besucht

damals, in jener längst vergangenen Zeit [wörtlich: dazumal]
Dozemol stand hier noch e Baam. ... Damals stand hier noch ein Baum.

dr1
der (unbetont); sonst dar
dr Kaffe ward kolt ... der Kaffe wird kalt
Dar kaa bleim wu dr Pfaffr wächst. ... Der kann bleiben wo der Pfeffer wächst. (...weit weg)

dr2
Vorsilbe er-, da-, dar- [vorsilben]
Hast du miech drschreckt! ... Du hast mich erschreckt!
Iech bie drgeeng gestußn. ... Ich bin dagegen gestoßen.

 NEU dra
dran, daran
Salz is schu dra. ... Salz ist schon dran.
An dan Gered is nischt dra. ... An diesem Gerede ist nichts Wahres dran.

 NEU Draasch, dr
Aufregung
Die hattn bluß Draasch wagn dr Urlaubsrees. ... Die hatten eine einzige Aufregung wegen der Urlaubsreise.

stark regnen <Verb> [wetter]
is tut draußn draaschn <)) <)) ... es regnet draußen

 ÄND Drack, dr <))
Dreck
e richtschr Dracksack <)) ... ein schlechter Mensch
Drack machn gieht, Drack wagmachn net! ... Dreck machen geht, Dreck wegräumen nicht.

 NEU Drackerei, de
Verschmutzung; Dreck machen
Die Drackerei machste salber wag. ... Diesen Dreck machst du selbst weg.

dreckig
Die drackite Hus kimmt in de Wäsch! ... Die dreckige Hose kommt in die Wäsche!

 NEU drahie
dahin; entlang
De Zeit gitt drahie un mir warn sachte illr. ... Die Zeit geht dahin und wir werden langsam älter.

dreckig <Adj.> [aussehen]
Owaschn, su dracksch kaste net miet assn. ... Waschen, su dreckisch kannst du nicht mit essen.

 NEU drarim
dranherum
War hot dee an dan Ding drarim geschraubt, olles vorstillt?! ... Wer hat denn an diesem Teil dranherum geschraubt, es ist alles verstellt?!

 ÄND draschn <))
1.prügeln; 2. Getreide dreschen; 3. Phrasen dreschen [wörtlich: dreschen] <Verb> [wetter]
Draschn is is Primetivste. ... Prügeln ist das Primitivste.
Is Geträd missn mr draschn. ... Das Getreide müssen wir dreschen.
Vur dr Wahl warn wiedr Phrasn gedroschn. ... Vor der Wahl werden wieder wohltönende, aber nichtssagende Reden geführt.

 NEU draufhorgn
zuhören
Du musst aa draufhorgn, wenn wos gesaht ward. ... Du musst auch zuhören, wenn etwas gesgt wird.

 NEU draußnrim
draußen herum
De Kinnr renne noch draußnrim. ... Die Kinder rennen noch draußenrum.

schwindelig <Adj.>
mir wards ganz drehlich <)) ... mir wird es ganz schwindelig

drei [mengen]

 NEU Dreierbrotl, is
Dreierbrötchen; Semmel (... weil sie früher einmal 3 Pfennige gekostet hat)
Was kost dee e Dreirbrotl? ... Wieviel kostet denn eine Semmel?

 NEU dreinei; drunnernei
dazwischen; darunter
Egal mart dar dreinei. ... Ständig redet er dazwischen.
Do hamm die aa noch faule Karschn drunnernei gemengt. ... Da haben sie auch noch faule Kirschen mit darunter gemischt.

 NEU drfier
dafür
Iech kaa net drfier! - iech aa net! ... Ich kann nicht dafür! - Ich auch nicht!

 ÄND drfindn <))
erfinden <Verb>
dar hot s Pulvr net drfundn <)) ... dumm sein; wörtlich: der hats Pulver nicht erfunden [intelligenz]
Se hamm nu schu su viel drfunne ... ... Man hat nun schon so viel erfunden ...

 NEU drhalt
erhalte, erhaltet <Verb>
Drhalt fei un bewahrt eich unnre Muttrsproch. ... Erhaltet und bewahrt euch unsere Muttersprache.

daheim, zu Hause
drham is drham <)) ... daheim ist daheim (daheim ist es eben am schönsten) [besitzbrauchtumhaus]

 NEU drhinner
dahinter
Iech wess, war drhinner stackt ... ... Ich weiß, wer dahinter steckt ...

 NEU drhult
erholt; etwas überwinden; etwas überstanden haben und wieder zu Kräften kommen
Hast diech im Urlaub gut drhult. ... Du hast dich aber im Urlaub gut erholt.

Drickr, dr <))
Türklinke
dr Tirdrickr <)) ... der Türdrücker

Gehsteig, Fußweg, Bürgersteig [französisch: Trettoir]
Laaft uffn Dridewaar, dos is sichrer. ... Geht auf dem Fußweg, das ist sicherer.

 ÄND drihm <))
drüben {drīṁ} [orte]
Drihm war iech eefach net warm. ... Drüben fühle ich mich einfach nicht zuhause.

darum
drim is dis su <)) ... darum ist das so

 ÄND drimme <))
drüben (auch driebm)
Dei Assn is drimme in dor Kich. <)) ... Dein Essen ist drüben in der Küche.

drumherum
Saahs, net esu drimrim reden! ... Sage es, rede nicht so drumherum!

 ÄND drinne
drin, drinnen
Dar Ball war drinne! ... Der Ball war drin (im Tor)!

 NEU drinnebleim
drinnenbleiben <Verb>
Guck dan Himml a ... mor warn liebr drinnebleim. ... Sieh den Himmel an ... wir werden lieber drinnenbleiben.

erleben <Verb>
Dass iech dos noch drlahm ka. ... Dass ich das noch erleben kann.

 NEU drmiet
damit
Wos passiert nu drmiet? ... Was passiert nun damit?

daneben [orte]
Erscht lochste drnahm, drnoch warsch richtsch. ... Zuerst lagst du (mit deiner Antwort) daneben, danach war es richtig.

 ÄND drnoch <))
danach
Drnoch sei olle gescheitr. ... Danach sind alle klüger.

Drohtesl, dr <))
Fahrrad [wörtlich: Drahtesel]

 ÄND drokumme <)) <))
drankommen, an der Reihe sein <Verb>
Warscht beim Bolwier? - Bist abr net drokumme! ... Warst du beim Friseur? - Du bist aber nicht drangekommen!

 NEU drquar
in die Quere
Bist mor itze drquar kumme, iech wollt gro fort. ... Du bist mir jetzt in die Quere gekommen, ich wollte gerade fort.

 NEU drrotn
erraten
Gewusst? - Nee, drrotn! ... Gewusst? - Nein, erraten!

erschlagen
Dan Lumich kennt ich drschlong! <)) ... Diesen Kerl könnte ich erschlagen! [bewegungen]

 NEU drseifn
ersäufen <Verb>
Musst du dee dann Blattsulat schedes Mol drseifn? ... Mustt du denn den Blattsalat jedes Mal ersäufen?

dort oben [wörtlich: droben] {drūṁ} [orte]
Uffn Dach druhm loch heit frieh Schnee. ... Auf dem Dach oben lag heute früh Schnee.

 NEU druhmrunnr
droben herunter
Dar stammt von druhmrunnr, ausm Gebirg. ... Der stammt von droben herunter, aus dem Gebirge.

 ÄND drvu <))
davon <Adv.>
Dar war in Schacht, drvu is seine Lungekrankhät.<)) ... Er war im Schacht, davon hat er seine Lungenerkrankung. [orte]
De Spitzbum sei auf und drvuh. <)) ... Die Diebe sind auf und davon.

weglaufen, davonlaufen <Verb> [zeitwoerter]
Drvulaafm ännert nischt! ... Davonlaufen ändert nichts! Man muss sich den DIngen stellen.

 ÄND drwaang <))
eigentlich, deshalb [wörtlich: derwegen]
S is drwaang kolt, mr machn Feir! ... Es ist eigentlich kalt, wiir werden heizen.

 ÄND drwalde <))
dabei, obwohl (derweil)
Iech blieb, drwalde wuld iech gieh. <)) ... Ich blieb, dabei wollte ich eigentlich gehen.

inzwischen, einstweilen [wörtlich: derweilen]
Iech gieh darwalle en Kaffee trinken. <)) ... Ich gehe inzwischen einen Kaffee trinken.

 ÄND drweil <)) <))
inzwischen
Gieh fix zen Bäck, iech koch drweil Kaffee. ... Geh schnell zum Bäcker, ich koche inzwischen Kaffee.

erzählen <Verb>
Du wolltst mr doch nuch wos drzähln ... ... Du wolltest mir doch noch etwas erzählen (sagen).

 ÄND dubig <))
schwül; es "riecht" nach Gewitterluft

 NEU dummdaamisch
sehr dumm (dumm und dämlich), saudumm <Adjektiv>
Dos is e dummdaamisches Ludr. ... Das ist ein saudummer Kerl.

 ÄND Dummhet <)) <))
Dummheit
dar/das bleekt vor Dummhät <)) ... dumm sein; vor Dummheit schreien [intelligenz]
der hot dreimol hier gschriern, olse de Dummhät ausgetalt homm <)) ... dumm sein [intelligenz]
wenn Dummhät wieh tet, misst der Tog und Nacht brilln ... extrem dumm sein [intelligenz]

Dummlack, dr <))
dummer Mensch
su a Dummlack <))

 NEU dummtu
dummtun; trotzen <Verb>
Wie lange willste noch dummtu? ... Wie lange willst du noch trotzen?

 ÄND Dunsl, dr <))
Tollpatsch, Dummkopf
Dar Dunsl bringt gar nischt. ... Dieser Dummkopf kann gar nichts.

 NEU Durscht, dr
der Durst
Durscht is schlimmr als Heimweh ... ... Durst ist schlimmer als Heimweh ...

 ÄND Dus, de
Dose; Steckdose
Greif bluß net in de Steckdus! ... Greif bloß nicht in die Steckdose!
Dar Droht dohierde gieht ze dar Abzweichdus. ... Der Draht hier geht zu der Abzweigdose.
De Kaffeedus is schu wiedr leer. ... Die Kaffeedose ist schon wieder leer.

Glück
Er hot Dusl gehatt. <)) ... Er hat Glück gehabt.

 ÄND dusln
abwesend sein; leicht schlafen
Iech bie itze warklich eigeduslt. ... Ich bin jetzt wirklich eingeschlafen.

 ÄND Dussl <))
ungeschickter Mensch, Tollpatsch, Schlafmütze [geschick]
... un dar Dussl tritt do aa noch nei ... ... ... und dieser Tollpatsch tritt da auch noch hinein ...

leicht vergesslich, tollpatschig, ungeschickt [geschick]
dar stellt sich abr dusslich a <)) <)) ... der stellt sich aber tollpatschig an, ist sehr ungeschickt [geschick]

schwindlich [befinden]

dunkel [wörtlich düster]
S ward schie dustr. <)) ... Es wird schon dunkel.