Erzgebirgisch Deutsches Wörterbuch

Mitwirkende


Dieses Wörterbuch lebt davon, dass sich viele Menschen, die die erzgebirgische Mundart sprechen, kennen oder einfach nur gern haben, daran beteiligen. Es soll somit ein Zeugnis der gesprochenen Sprache vieler Erzgebirger sein. Die Wörter zu sammeln, einzutragen, zu ordnen und zu bewerten; bis hin die Wörter zu vertonen bedeutet aber auch viel Arbeit und Fleiß.

Deshalb gilt der Dank allen Mitwirkenden des Wörterbuchs. Ein ganz besonderer Dank richtet sich an meine Omi Traudl und an Siegfried Schletter. Beide haben das Wörterbuch maßgeblich gestaltet und mit Leben gefüllt.



Andreas Göbel, geboren 1976 in Annaberg. Meine ganze Kindheit und Jugendzeit verbrachte ich im Erzgebirge. Aufgewachsen in Bärenstein bei Annaberg-Buchholz, besuchte ich dann bis 1995 das Gymnasium in Annaberg. Im Anschluss studierte ich Informationstechnik in Glauchau. Seither arbeite ich im Bereich der Softwareentwicklung. 2001 hat es mich dann beruflich nach Nürnberg verschlagen, wo ich feststellen musste, dass der fränkische Dialekt den erzgebirgischen in vielen Begriffen sehr ähnlich ist. Nach einem weiterem Studium, diesmal BWL in Zwickau, hat sich ab 2007 wieder die Brücke in die alte Heimat eröffnet. In dieser Zeit ist auch der Anfang des erzgebirgischen Wörterbuchs im Internet zu suchen. Ich hatte bis dato viele erzgebirgische Wörter auf losen Blättern gesammelt. Von der Idee bis zur Umsetzung ging es dann sehr schnell. 2007 ging das Wörterbuch online und bietet heute weit über 1500 Wörter und Redewendungen.

Siegfried Schletter, geboren 1939 in Brünlos, wo ich heute noch wohne. Hier bin ich 1945 bis 1953 zur Schule gegangen. Von 1953 bis 1956 habe ich Klempner gelernt und danach noch 3 Jahre in diesem Beruf gearbeitet. Als in der DDR die zehnklassige Oberschule eingeführt wurde, nahm ich ein Lehrerstudium auf. Ich wurde Lehrer für Mathematik und Polytechnik und unterrichtete meine Schüler in Auerbach, Thalheim, Brünlos und Oelsnitz. Von der erzgebirgischen Mundart wurde ich ständig begleitet. Hier auf dem Dorf wird sie von vielen noch gesprochen und gepflegt. Während meiner Lehrertätigkeit gab es sogar manchmal Unterrichtsstunden, wo wir nur erzgebirgisch sprachen. Die Kinder hatten dabei viel Spaß, wenn man technische Ausdrücke und Begriffe in die Mundart übersetzen musste. Viele Wörter und Redensarten waren inzwischen auch bei mir "verschüttet". Im täglichen Umgang und auch im Briefwechsel mit einem Schulfreund in Australien wird unser Erzgebirgisch aber praktiziert. Jetzt finde ich es gut, dass ich im erzgebirgischen Wörterbuch zur Erhaltung und Pflege unserer Muttersprache beitragen kann. Glück auf!

Edeltraud Wittig (Lehmann), geboren 1928 in Weipert. Hier verbrachte ich meine Kindheit und Lehrzeit in der Sparkasse. Dort wurden viele Wörter im böhmischen Dialekt gesprochen, die aber dem Erzgebirgischen sehr ähnlich sind. Das Kriegsende 1945 brachte für mich und meine Familie die Vertreibung aus der Heimat und den Neuanfang zusammen mit meiner Schwester in Annaberg-Buchholz. Dort lernte ich auch meinen Mann kennen, heiratete und bekam 2 Kinder und 4 Enkelkinder. Mein Enkel Andreas bat mich vor ca. 5 Jahren an seinem erzgebirgischen Wörterbuch mit zu arbeiten. Ich konnte ihm aus meinem großen Erfahrungsschatz der erzgebirgischen Muttersprache viel Neues mitgeben. Aber auch durch meine vielen Verwandten und Bekannten, die ich befrage, kommen immer wieder neue Wörter dazu.