Erzgebirgisch Deutsches Wörterbuch

Das erzgebirgische Wort "Siegfried"




Siegfried Schletter, geboren 1939 in Brünlos, wo ich heute noch wohne. Hier bin ich 1945 bis 1953 zur Schule gegangen. Von 1953 bis 1956 habe ich Klempner gelernt und danach noch 3 Jahre in diesem Beruf gearbeitet. Als in der DDR die zehnklassige Oberschule eingeführt wurde, nahm ich ein Lehrerstudium auf. Ich wurde Lehrer für Mathematik und Polytechnik und unterrichtete meine Schüler in Auerbach, Thalheim, Brünlos und Oelsnitz. Von der erzgebirgischen Mundart wurde ich ständig begleitet. Hier auf dem Dorf wird sie von vielen noch gesprochen und gepflegt. Während meiner Lehrertätigkeit gab es sogar manchmal Unterrichtsstunden, wo wir nur erzgebirgisch sprachen. Die Kinder hatten dabei viel Spaß, wenn man technische Ausdrücke und Begriffe in die Mundart übersetzen musste. Viele Wörter und Redensarten waren inzwischen auch bei mir "verschüttet". Im täglichen Umgang und auch im Briefwechsel mit einem Schulfreund in Australien wird unser Erzgebirgisch aber praktiziert. Jetzt finde ich es gut, dass ich im erzgebirgischen Wörterbuch zur Erhaltung und Pflege unserer Muttersprache beitragen kann. Glück auf!



Weitere erzgebirgische Wörter:


Nos, de
Nase [kopf]
de Erdäplnos  [] de Hoknnos  [] Jemand, der starken Schnupfen hat, kleines; unerfahrenes Kind, unreifer junger Mensch ene Rotznos

wenigstens
Wenn er schon schlechte Laune hat, konnte er wenigstens grüßen. Wennr schu schlachte Laune hot, grissn konntr zewengsten.

Gehsteig, Fußweg, Bürgersteig [französisch: Trettoir]
Geht auf dem Fußweg, das ist sicherer. Laaft uffn Dridewaar, dos is sichrer.

nebenbei
Ich sag dir bloß nebenbei, was wir so nebenher gemacht haben. Iech saa dr bluß nambei, wos mr su namhar gemacht ham.

Chemnitz; 1953–1990: Karl-Marx-Stadt; liegt in Westsachsen, am Fuße des Erzgebirges; ca. 240 000 Einwohner [gemeinden]

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