Erzgebirgisch Deutsches Wörterbuch

S wie Schwibbuung - Darf in kann Haus fahln




sagen <Verb>
Nischt sah, nischt härn, nischt saa. ... Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen. (drei Affen)
Dozu saa iech nischt. ... Dazu sage ich nichts.

 NEU saach
säge <Verb>
Saach dan darrn Baam im. ... Säge den dürren Baum um. (Fälle den dürren Baum.)

 ÄND Saachr, dr
Standuhr {Sēchɔr} {Sāchɔr}
dr Saachr hot geschlah ... die Uhr hat geschlagen

Ameise; auch: Stechmücke, Bremse [wörtlich: Seichameise] {Sechams}
saachameisln ... jucken, kribbeln <Verb>

 NEU Saaf, de (auch: de Sääf)
die Seife
Namm Saaf zen Händwaschn. ... Nimm Seife zum Hände waschen.

Saam, dr
der Saum, umgeschlagener und angenähter Stoffrand, Rand einer Fläche
An Saam stinne de starkstn Fichtn, dos sei de Randfichtn. ... Am Waldrand stehen die stärksten Fichten, das sind die Randfichten.
Bei denn Klaad is dr Saam ausgefranst. ... Bei deinem Kleid ist der Saum ausgefranst.

 ÄND saang
1. urinieren, pinkeln; 2. sägen [wörtlich: sechen] <Verb>
Iech gieh saang. ... Ich gehe pinkeln.
Dan Haufm Hulz missn mr nuch saang. ... Diesen Haufen Holz müssen wir noch sägen.

 NEU saats
sagte, sagte es, sagt es! <Verb>
Wart, dar saats schie noch. ... Warte, er sagt es schon noch.
Saats glei, dassr kaane Lust habt. ... Sagt es gleich, dass ihr keine Lust habt.

Sabl, dr
der Säbel
En Nussknacker sei Sabl is wag! ... Dem Nussknacker sei Säbel ist weg!

langsam, vorsichtig, sacht
Mach fei sachte! <)) ... Mach langsam!

sechzig

 NEU sachziggahrig
sechzigjährig
... wie sachziggahrig siste noch net aus ... ... wie sechzigjährig siehst du noch nicht aus

 NEU Sääl, is
Seil
Dos Sääl is ze lang. ... Das Seil ist zu lang.

sächsisch
Arzgebargsch is ke Sächssch ... Erzgebirgisch ist kein Sächsisch

 ÄND sah
sehen <Verb>
Mit Brill sah iech itze bessr. ... Mit Brille kann ich jetzt besser sehen.
Nu sah mol a! ... Nun sieh mal an!
Dos soch mor abr noch net, dasse schwanger is. ... Das sah man aber noch nicht, dass sie schwanger ist.

 NEU salberscht
selber, selbst
... dar konnt net salberscht komme ... ... ... er konnte nicht selber kommen ...

 ÄND salling
damals (am selbigen)

Samml, de
Semmel, Brötchen
E Radl Worscht zu dar Samml wär net schlacht. ... Eine Scheibe Wurst zur Semmel wäre nicht schlecht.
Sammldaamisch ... Scherzhaft für Bäcker

 NEU Sammlbrut, is
Semmelbrot
... Sammlbrut passt bessr dorzu ... ... ... Semmelbrot passt besser dazu ...

samt, zusammen mit; nebst

Samstag siehe auch Sunnobnd [wochentage]

Tod, Sensenmann

 ÄND sappm
gemächlich gehen; nicht auf den Weg achten <Verb>
Itze sappm die aa noch in die Hundescheiße. ... Jetzt laufen die auch noch durch den Hundekot.

 NEU Sarmsl, de
aufdringliches Fluginsekt (Brummer)
Nu habtr wiedr su ne Sarmsl reigelossn ... ... Nun habt ihe wieder so einen Brummer hereingelassen. ...

 NEU satt haar
seht her <Verb>
... satt haar, su giehts ... ... ... seht her, so geht es ...

 NEU satt hie
seht hin
Satt hie, su giehts! ... Seht hin, so geht es!

 NEU satt´r´sch
seht ihr es

 NEU Saubaa, Saubee
Eisbein (Gericht)
Gesund is Saubaa net grod, s schmeckt abr. ... Gesund ist Eisbein nicht gerade, es schmeckt aber.

 NEU Saubaa; Saubee
Eisbein (Gericht)
Gesund is Saubaa net grod, s schmeckt abr. ... Gesund ist Eisbein nicht gerade, es schmeckt aber.

 NEU saufm
saufen; gierig trinken; Tiere saufen
De Ziesch will net saufm. ... Die Ziege will nicht saufen.
Heit saufm mr en. ... Heute trinken wir einen.

sehr kalt, so dass man friert <))

Schaar, de
die Schere
Deine Schaar schnedt abr net. ... Deine Schere schneidet aber nicht.

 NEU Schachtr, de
Bergleute; Leute vom Schacht
Mei Nachbar war aa Schachtr. ... Mein Nachbar hat auch im Schacht gearbeitet.

 NEU Schackett, is
das Jackett; Anzugjacke; Sakko
Dei Schackett willste wuhl net mietnamme? ... Dein Jackett willst du wohl nicht mitnehmen?

 NEU schame
schämen, sich; Scham empfinden <Verb>
Iech täät miech schame! ... Ich würde mich schämen!
Scham diech! ... Schäm dich!

 NEU Scharbl, is
die Scherbe (kleine flache Pfanne, Topf)
Fier de Eischneidr nimmste is klaane Scharbl. ... Für die Bratkartoffeln nimmst du das kleine Pfännchen.

Scharm, dr
der Schirm
Namm en Scharm miet, es soll reenge. ... Nimm einen Schirm mit, es soll regnen.

Schedl, dr
derb für Kopf [kopf]
heit brummt mir dr Schedl ... starke Kopfschmerzen haben, einen Kater haben [befinden]

Kopfschmerzen

jeder
Su wos wess schedr. ... So etwas weiß jeder.

 NEU scheeln
schälen <Verb>
Su ne harte Schol, do scheeln mor de Barn liebr. ... So eine harte Schale, da schälen wir die Birnen lieber.

schön
<scheen; schennr od. schinnr; am schennstn>
Heit is scheen, heit gieh mr barbsch. ... Heute ist es schön, heute gehen wir barfuß.

 NEU Scheenhad
Schönheide [orte]

Schei, de
Scheune [haus]
Heier hammr genuch Hei in dr Schei. ... In diesem Jahr haben wir genügend Heu in der Scheune.

 NEU Scheidraschr, dr
Vielfraß (Scheunendrescher)
Dar frisst wie e Scheidraschr. ... ... hoffentlich bekommst du den satt.

 NEU Scheierhadr, dr
Scheuertuch, Scheuerlappen
Leech deine Hus net wie en Scheierhadr hie. ... Leg deine Hose nicht wie einen Scheuerlappen hin.

 NEU scheiern
scheuern <Verb>
Die Diel musste scheiern, net bluß drieber wischn. ... Den Fußboden mustt du scheuern, nicht bloß drüberweg wischen.

 NEU Scheim, de
Scheiben
Dar Hagel hot de Scheim zrschlaa. ... Der Hagel hat die Scheiben zerschlagen.

ein schlechter Mensch
Do hastes wiedr mol gesah, wos dos for e Scheißbasn is. ... Da hast du wieder mal gesehen, wie schlecht der (die) ist.

 NEU Scheißdrack, dr
der Scheißdreck (nichts)
Du wesst en Scheißdrack! ... Du weißt gar nichts, du kannst da nicht mitreden!

übertrieben freundlich, leutseelig wörtlich: scheißfreundlich <))
Is dar immr su freindlich? - Du meenst scheißfreindlich! ... Ist der immer so übertrieben freundlich?

scheußlich
Dos schmeckt scheißlich, wenn de statt Zuckr Salz nimmst. ... Das schmeckt scheußlich, wenn du statt Zucker Salz nimmst.

 NEU Scheitl, is
Holzscheit
Kenntst noch paar Scheitl drauflegn. ... Du könntest noch ein paar Scheite nachlegen.

 NEU schekern
schäkern; scherzen, neckend flirten

 NEU schemand
jemand
Kaa hier mol schemand de Tier aufhalln? ... Kann hier mal jemand die Tür offenhalten?

schöner
Die Mäd warn immer schener (schennr) un mir immer illr. ... Die Mädchen werden immer schöner und wir immer älter.

schöner (scheen)
kenn schennrn Baam gibts als en Vugelbeerbaam ... keinen schöneren Baum gibt es als den Vogelbeerbaum (Volkslied)

 NEU scheppn
schöpfen <Verb>
Bei Huchwassr in Kallr musstn mor friehr scheppn, itze hammr ne Pump. ... Bei Hochwasser im Keller mussten wir früher schöpfen, jetzt haben wir eine Pumpe.

 NEU Scherbl, is
kleine flache Pfanne, Topf (Scherbe)
Wos iebrig is, dos tuste ins Scherbl. ... Was übrig ist, das tust du in die kleine Pfanne.

Scheuertuch siehe auch Hadr
Unnr Scheurhadr heest wuannersch "Aufnehmer". ... Unser Scheuertuch heißt anderswo "Aufnehmer".

schon
Nee danke, iech hob schie gassn. ... Nein danke, ich habe schon gegessen.

schön, siehe scheen
S kennt su schie sei. ... Es könnte so schön sein.

 NEU Schiebaa, is
Schienbein

 NEU Schiedsr, dr
der Schiedsrichter
Dr Schiedsr hot wiedr wos zammgepfiffn. ... Der Schiedsrichter hat nichts gesehen.

Dachdecker
Dr Schiefrdeckr macht bei uns neie Schindln drauf. ... Der Dachdecker macht auf unser Haus neue Schindeln drauf.

schielen <Verb>
Seit wann schieglst dee du? ... Seit wann schielst denn du?
Iech schiegl gor net, dos is de Sonn. ... Ich schiele gar nicht, das ist die Sonne.
Seit dr Schulzeit schiegl iech. ... Seit der Schulzeit schiele ich.

Schönheide [gemeinden]

schielen <Verb>

Schönfeld, Ortsteil von Wiesenbad [gemeinden]

extrem dünn sein wörtlich: dünn wie eine Schindel [gestalt]
die is schindlderr <)) [gestalt]
Die is schindlderr, wall se mit ollr Gewalt onamme wollt. ... Die ist so sehr dünn geworden, weil sie mit aller Gewalt abnehmen wollte.

schinden, schuften, schwer arbeiten <Verb>
Dar hot siech sei Lahm lang gschinnrt. ... Der hat sein ganzes Leben geschuftet. [arbeit]

Schirml, is
kleine Pfanne; Topf mit 2 Griffen

 NEU schissn
schießen <Verb>
Die schissn dan Ball schu noch ins Fanstr. ... Die schießen den Ball schon noch ins Fenster.

schütten <Verb>
alles zammschittn ... alles zusammenschütten

 NEU schkaa (iech kaa)
ich kann
Schkaa dos net. ... Ich kann das nicht.

Schlauch
<dr Schlaach, de Schleich>
Olles ogebrannt! De Schleich warn ze kurz! ... Alles ist abgebrannt! Die Schläuche waren zu kurz!

Schlettau, Kleinstadt im Erzgebirge [gemeinden]

schleifen <Verb>
Dar Zuch hot dos Aoto fuftsch Meter mietgeschlaaft. ... Der Zug hat das Auto 50 Meter mitgeschleift.

 NEU Schlaaz, dr
der Schlitz (aufgeschlitzter Stoff)
Dar Ast hot en Schlaaz ins Zelt gemacht. ... Der Ast hat einen Schltz in das Zelt gemacht..

 NEU Schlachloch, Schlachlächr
das Schlagloch (früher fast nur in der DDR, heute gesamtdeutsches Phänomen)
Dr Flick-Konzern ward ball de Schlachlächr zumachn. ... Der Straßendienst wird bald die Schlaglöcher ausbessern.

schlecht <Adjektiv>
Is letzte Bier war wiedr mol schlacht. ... Das letzte Bier war wieder mal schlecht.

 NEU Schlachtschkät, de
Schlechtigkeit (das Schlechtsein)
Seine Schlachtschkät wardr schu emol bießn. ... Seine Schlechtigkeit wird er schon einmal büßen.

 NEU Schläf, de; Schleef
die Schleife
Mach ne Schläf, die gieht lechtr wiedr auf. ... Mach eine Schleife, die geht leichter wieder zu öffnen.

schlürfen <Verb>
Schlarf net su mit deine Schuh! Heb de Fiss! ... Schlürf nicht so mit deinen Schuhen! Hebe die Füße!
Trae, net schlarfn! ... Tragen, nicht schlürfen (hinterherziehen)!

 NEU Schlawittl, is
Schlafittchen (Krawatte)
Dan pack iech an Schlawittl! ... jemanden am Schlafittchen nehmen, packen, fassen und für ein geringes Vergehen zur Rechenschaft ziehen

schleifen <Verb>

 NEU schleeft
schläft <Verb>
Ruhig, dr Klaane schleeft. ... Seid leise, der Kleine schläft.

Schleis, de
die Schleuse, Wasserdurchlass
Kallrschleis ... Kellerschleuse
Schiffsschleis ... Schiffsschleuse

 NEU Schlem
Schlema (Ort im Erzgebirge)

plötzliches Schleudern
of ehmol gobs en Schlenkrich ... auf einmal schleuderte es uns

 NEU Schlickl, is
das Schlückchen, ein kleiner Schluck
Is war bluß e klaanes Schlickl, Saufn gieht annersch. ... Es war nur ein kleines Schlückchen, Saufen geht anders.

siehe schliefig <Adj.>

nicht ganz ausgebacken, halb roh, noch teigig <Adj.> [speisen]
Is Brot ist noch schliefig ... Brot ist noch nicht ganz fertig gebacken
schliefigr Kuchn ... Kuchen mit unausgebackenen Stellen

schmierig, schlüpfrig <Adj.>

der Schlitten
Wie kaa mr dee mitn Schlietn iebr de Schanz fahrn? ... Wie kann man denn mit dem Schlitten über die Sprungschanze fahren?

Unterhose Schlüpfer [kleidung]
Hast de Schlippr vorkehrt rim a, s Braune noch außn. ... Du hast die Schlüpfer verkehrt an, das Braune nach außen.

 NEU Schlissl, dr
der Schlüssel; 1. Gegenstand zum Öffnen und Schließen; 2. Mittel zum Erschließen de Zugangs oder Verständnisses
Die gute Idee war dr Schlissl. ... Die gute Idee war der Schlüssel (zum Erfolg).
Dar Schlissl passt doch net uf dan Schraumkopp. ... Dieser Maulschlüssel passt doch nicht auf den Schraubenkopf.

 ÄND Schlitznziehr, dr
Schraubenzieher [wörtlich: Schlitzschraubenzieher]
Mitn Schlitznzieher drehste Schlitzschraum fest .. odr lus. ... Mit dem Schlitzschraubendreher drehst du Schlitzschrauben fest oder los.

 NEU schlöffern
miech schlöfferts ,ich gähne bin müde

 ÄND schlofm
schlafen <Verb>
Sunntichs schlofmr immr lang. ... Sonntags schlafen wir immer lange.
Wenn iech Kaffee trink, kaa iech net schlofm. ... Wenn ich Kaffee trinke, kann ich nicht schlafen.
Bei mir isses imgedreht: Wenn iech schlof, kaa iech kenn Kaffee trinkn. ... Bei mir ist es umgekehrt: Wenn ich schlafe, kann ich keinen Kaffee trinken.

 NEU Schlog, dr
der Schlag
... e leichtr Schlogaafoll ... ... ... ein leichter Schlaganfall ...
Harzschlog ... Herzinfarkt

 NEU Schloof, dr
Schlaf
Senne Fraa redt in Schloof, betog saht se net viel. ... Seine Frau redet im Schlaf, tagsüber sagt sie nicht viel.

 NEU schlorxn
metallisch mechanisches Knarren kurz bevor ein Uhrwerk abgelaufen ist
Unr Saachr hot geschlorxt emende missn mer ne ma widr uffziehn. ... Unsere Uhr hat Geräusche gemacht, eventuell müssen wir ihn mal wieder aufziehen.

stark regnen, auch Eisregen <Verb> [wetter]
Des tat schlosn, nu braung mr neie Pflanzn. ... Nach diesem Regegen brauchen wir nun neue Pflanzen.

 NEU schluffrich
schläferig, müde <Adjektiv>
Iech bie esu schluffrich, iech gieh zebett. ... Ich bin so müde, ich geh zu Bett.

 NEU Schmaar
Schmer; schwabbeliges weiches Fett vom Schwein (wird häufig zu Schmalz verarbeitet)
Schmaarbauch ... Schmerbauch (fettleibig)

 NEU schmächtsch
schmächtig; dünn und von zartem Gliederbau
Dar is abr schmächtsch wurn. ... Der ist aber dünn geworden.

 NEU schmahdrn
schmieren, schlecht schreiben

 NEU Schmarr, de
Wunde; Narbe
Su ne gruße Schmarr, die musstn neehe. ... So eine große Wunde, sie mussten nähen.

 NEU Schmatterlich, dr
Schmetterling
loss mol dan Schmatterlich naus ... lass mal den Schmetterling raus

 NEU schmaunkn
beleidigt sein
Nu schmaunkn se wiedr ne Woch. ... Nun sind sie wieder eine Woche beleidigt.

 ÄND Schmiech, de
Gliedermessstab, Zollstock [wörtlich: Schmiege, zur Winkeleinstellung, die ähnlich einem Zollstock aufzuklappen geht]
Itze brauch iech enne Schmiech. ... Jetzt brauche ich einen Gliedermessstab.

schlecht schreiben <Verb> <))
Dos Geschmolchr schrebste nochmol! ... Das sieht nicht gut aus, das schreibst du nochmal.

 NEU schmook
schmeckte <Verb>
Schmooks dää? - Is ging. ... Hat es denn geschmeckt? - Es ging so. (Es gibt etwas Besseres.)

 NEU schmool
schmal <Adjektiv>
du bist abr schmool wurn ... du bist aber schmal geworden (du hast aber abgenommen)

Schnack, de
Schnecke
De Schnackn hom in Sulat abgefrassn. ... Die Schnecken haben den Salat abgefressen.

 NEU Schnäuzelkannel
Kanne mit Ausgießer

 NEU Schnaftndudl, dr
ein Mensch, wo man nicht weiß, woran man ist
Dos is nu su e Schnaftndudl! ... Der ist eben so!

Taschenmesser
Mit dan Schnappmassr ward abr net ieberoll rimgeschnitzt. ... Mit dem Taschenmesser wird aber nicht überall herumgeschnitzt.

schwerfälliger Mensch [bewegungen]

Mundharmonika
Wos ward dee mit dan Langholz? - Schnauznhobl for Grußguschn. ... Was wird denn mit dem Langholz? - Mundharmonikas für Großmäuler

Schnurrbart
An dein Schnauzr sieht mr, wos heit ze Mittich gob. ... An deinem Schnurrbart sieht man, was es heute zu Mittag gab.

 NEU schnedt
schneidet <Verb>
Dos Massr schnedt gor net! ... Das Messer schneidet gar nicht!

Schneegestöber, starker Schneefall (auch: stebrn)

Ski
Heit wolln mr Schneeschuh fahrn. ... Heute wollen wir Ski fahren.
Im Arzgebirg lernste is Schneeschuhfahrn beizeitn. ... Im Erzgebirge lernst du das Skifahren schon recht zeitig.

 NEU Schneidmiel, de
Sägewerk, Schneidmühle
De Brattr hul iech in dr Schneidmiel. ... Die Bretter hole ich im Sägewerk.

Penis [koerpersexualitaet]

 NEU schniebt
schnauft <Verb>
Härste net, wie dar schniebt? Schieb mol bissl. ... Hörst du nicht, wie er schnauft? Schieb mal etwas!

 ÄND Schnobl, dr
Schnabel; (umgangssprachlich) Mund
Mir sprachn su, wie uns dr Schnobl gewachsn is. ... Wir sprechen so, wie uns der Schnabel gewachsen ist.

Schnup, de
Schnupfen
Wos haste dee? De Schnup, de Hust un kee Gald! ... Was hast du denn? Den Schnupfen, den Husten und kein Geld!

 NEU Schnupptichl, is
Schnupftuch, Taschentuch

 NEU schoddrim
schade drum
Dos Brut war ageschimmlt, schoddrim. ... Das Brot war angeschimmelt, schade drum.

 NEU Schodn, dr
der Schaden
War en Schodn hot, dar braucht fiern Spott net ze sorgn. ... Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.
Schodnfraad is for manche de schennste Fraad. ... Schadenfreude ist für manche die schönste Freude.

Schof, is
das Schaf <is Schof, de Schof/ Schäfr>
Hul de Schof rei! ... Hole die Schafe von der Weide! [landwirtschaft]
Die Fraa is fei e richtsches gutes Schof. ... Die Frau ist ein richtiges gutes Schaf, lässt sich alles gefallen.
Dar Schäfr hot abr viele neie gunge Schof. ... Der Schäfer hat aber viele neue Lämmchen.

 NEU Schofladr
Schafleder
die sei gerannt wie Schoflaadr ... sie sind ganz schnell fortgerannt

 NEU Schol, de
die Schale
Kammr de Schol miet assn? ... Kann man die Schale mit essen?

 NEU schpeie
speien, kotzen, erbrechen <Verb>
mir wars wie schpeie ... mir war es wie kotzen

 NEU Schrack, dr
der Schreck
Iech hob en Schrack kriecht, wu iech dan itze gesah hob. ... Ich habe einen Schreck bekommen, als ich ihn jetzt sah.

 NEU Schramm, de
Schramme; von einem [vorbeistreifenden] spitzen oder rauen Gegenstand durch Abschürfen hervorgerufene, als längliche Aufritzung sichtbare Hautverletzung oder Beschädigung einer glatten Oberfläche
Nischt passiert, bluß ne klaane Schramm. ... Es ist nichts passiert, es ist bloß eine kleine Schramme.

 NEU Schraum, de
die Schrauben
Als Arschtes musste de Schraum aziehe ... ... Als Erstes musst du die Schrauben anziehen (festziehen).
...paar Schraum warn lockr, paar totn fahln ...su e Liedrian ... ...paar Schrauben waren locker, ein paar fehlten ...so ein liederlicher Mensch

 NEU schrebbt
er, sie, es schreibt
Die schrebbt spannende Romane. ... Sie schreibt spannende Romane.

schräg <Adjektiv>
Deine Schupp stieht schrech! ... Dein Schuppen steht schräg!

 NEU schreim
schreiben <Verb>
Wos schreim se dee? ... Was schreiben sie denn?

 NEU Schriet, dr
Schritt
En Schriet wettr, do wärschte in de Scheiße getratn. ... Einen Schritt weiter, da wärst du in die Scheiße getreten.

vertrocknet, zusammengeschrumpft; faltig
schrumpliche Händ ... faltige Hände, Hände nach dem Baden
For schrumpliche Haut is Creme gut. ... Für Faltenhaut ist Creme gut.

schon
De Sonn scheint schu schie. ... Die Sonne scheint schon schön.
Ins Bett, s is schu spät. ... Ins Bett, es ist schon spät.

 NEU Schubeleum, is
Jubiläum (festlich begangene Wiederkehr eines bestimmten Ereignisses)
Haste aa die Schubeleums-Streichhilzln, wu schedes fimfte brinnt? ... Hast du auch die Jubiläums-Streichhölzer, wo jedes fünfte brennt?

Schubr, dr
Haufen, Stoß, größere Menge [wörtlich Schober]
dr Heischubr ... der Heuhaufen

 NEU schuckn
jucken (Reizung der Haut oder des Gemüts) <Verb>
Deine Stichelei schuckt miech net. ... Deine Stichelei juckt (stört) mich nicht.
Die Brennnesseln schuckn wie sau. ... Die Brennnesseln jucken unheimlich.
Trink Nessltee, dar schuckt net! ... Trink Nesseltee, der juckt nicht!

Schupp, de
der Schuppen
In dr Schupp, do is mei Holz. ... Im Schuppen ist mein Holz.

Wühlmäuse, Schermäuse
Schurmeis fang iech mit dr Fall. ... Wühlmäuse fange ich mit der Falle.
Wenn de in de Schurmeisgäng Hundescheiße gibst, do reißn de Schurmeis aus. ... Wenn du in die Wühlmausgänge Hundekot gibst, dann vertreibst du damit die Wühlmäuse.

 NEU schwaar
schwer <Adjektiv>
schwaar isis net, wenndes bringst ... schwer ist es nicht, wenn du es bringst

 NEU schwaarner
schwerer <Adjektiv>
Die Tasch ward egal schwaarner, traa se nor aa mol. ... Die Tasche wird immer schwerer, trag sie doch auch mal.

 NEU Schwaaß, dr; (auch: Schweeß)
der Schweiß
Wu kimmt dee bei dan dr Schwaaß har? ... Wo kommt denn bei dem der Schweiß her?

 NEU Schwaaßr, dr (Schweeßr)
Schweißer
Dr Schwaaßr macht Pause. ... Der Schweißer macht Pause.

 NEU schwäss
ich weiß
Schwäss wos de maanst. ... Ich weiß was du meinst. (Ich verstehe dich.)

Pilze [essenpflanzen]
griene Klies un Schwammebrieh ... Grüne Klöße und Pilzsuppe [essen]
in de Schwamme gih ... Pilze suchen gehen

 NEU schwanln
stolzieren <Verb>
De Mäd sei vornst vobei geschwanlt. ... Die Mädchen sind vorhin vorüber stolziert.

 NEU schwar2
schwer <Adjektiv>
Heb dor kan Bruch, dos is zu schwar for diech. ... Heb dir keinen Bruch, das ist zu schwer für dich.

 NEU schwar (iech war)1
ich werde
Schwar ne ahzeing. ... Ich werde ihn anzeigen.

Blaubeeren, Heidelbeeren (siehe auch Blaubeer)

Schwester
Meine Fraa is Schwastr in Kranknhaus. ... Meine Frau arbeitet als Krankenschwester.

schweinische Witze erzählen <Verb>
Dar hot nischt anersch in Kop, dar kaa bluß schweinigln. ... Der hat nichts anderes im Kopp als schweinische Witze.

 NEU schwepprn
schwappen; 1. (von Flüssigem) sich in etwas hin und her bewegen, überfließen; 2. etwas überschwappen lassen und dabei vergießen <Verb>
Schweppr net esu! ... Lass das nicht so überschwappen!
Enne Sauerei, war hot dee su geschwepprt? ... Eine Schweinerei, wer hat denn etwas überfließen lassen?

Schwest, de
die Schwester; siehe auch Schwastr

Schwibbogen, Lichterbogen aus dem Erzgebirge Die auf dem Bogen aufgesetzten Lichter waren Ausdruck der Sehnsucht der Bergleute nach Tageslicht, das sie vor allem in den Wintermonaten oft über Wochen nicht zu Gesicht bekamen; zum Arbeitsbeginn am frühen Morgen war es noch dunkel, und nach dem Ende der Schicht am Abend war die Sonne bereits untergegangen.

 NEU schwill (iech will)
ich will
Schkaas net, schwills aa net. ... Ich kann es nicht, ich will es auch nicht.

 NEU Schwitzr, dr
Pullover (Schwitzer - man kommt darin zum Schwitzen))
Heit is dr Schwitzr ze warm. ... Heute ist der Pullover zu warm.

Schwodn, de
die Wolken von Dampf, Rauch, Nebel
Friehmorgns ziehe de Nablschwoden durchs Tol. ... Frühmorgens ziehen die Nebelschwaden durch das Tal.

Schwolb, de
Schwalbe
<de Schwolb, de Schwolm>
s ward ball Reeng gahm, de Schwolm flieng tief ... es wird bald Regen geben, sie Schwalben fliegen tief

 NEU schwollt (iech wollt)
ich wollte
Schwollt dos net! ... Ich wollte das nicht!

 ÄND schwumrich
schwindlig [befinden]
Wenn dar su uff dan Baam rimklattrt ward mirs von Hieguckn schwumrich. ... Wenn der so auf dem Baum rumklettert wird es mir vom Hinsehen schwindlig.

sie
Kenn se emol riebr gieh? ... Können sie bitte mal rüber gehen?

kleines Mädchen [wörtlich: Sechbüchse]
Im die Zeit gehärt die Sechbichs ins Bett. ... Um diese Zeit gehört so ein kleines Mädchen ins Bett.

sechs [mengen]

sechzig

 NEU seeng
urinieren, pinkeln [wörtlich: sechen]
Itze gieh mor arscht mol seeng, de Zeit die ward schu rääng ... ... Jetzt gehn wir erst mal sechen, die Zeit wird dafür reichen ...

 NEU sefft
säuft <Verb>
Dar sefft bluß weißes Zeich, dos kennt de Laabr net sah. ... Der säuft nur weißen Schnaps, den könnte die Leber nicht sehen.

 NEU Segn, dr
der Segen
Machs, mein Segn haste. ... Mache es, meine Erlaubnis hast du dazu.

Sehm, de
Sehma {dǝ Sēhm} [gemeinden]
Iech bie vun dor Seehm ... Ich komme aus Sehma

sehen <Verb>
<iech sah; du sist; er sit; wir sane; ihr sat; sie sane>

sind <1. Ps. Pl. von sein>
Mir sei itze do. ... Wir sind jetz da.

 NEU seid´r´sch
seid ihr es

 NEU Seil, de; (Seiln, de)
Säule; (Säulen); Stütze(n) eines Bauwerkes, eines großen Ganzen (einer Mannschaft, einer Gesellschaft, des kabinetts, der Opposition ...)
Die Seiln sei ze schwach! ... Diese Säulen sind zu schwach!

 NEU Seltnhät, de
Seltenheit
In dr Kneip bist du ne Seltnhät. ... In der Kneipe bist du eine Seltenheit.

Sempf, dr
Senf
Musste de ieberoll dein Sempf drzugahm? ... Musst du dich denn überall einmischen?

 ÄND Sense
Schluß, Ende
Itze is abr Sense! ... Jetzt reicht es aber! Genug ist genug! [gehabearbeit]

 NEU sette; sitte; sotte
solche
Is gibt sette un sette ober meh sette ols sette. ... Es gibt mehr solche als solche aber mehr solche als solche.

 NEU setts
solches
Nie hob iech setts Zeich gesaht. ... Niemals habe ich solches Zeug gesagt.

 NEU s´gieht
es gieht
Tuts wieh? - S´gieht. ... Tut es weh? - Es geht.

siebzig

 NEU Sichring, de
Sicherung
Uhne Sichring klatterste net uff dos Dach. ... Ohne Sicherung kletterst du nicht auf das Dach.
De Sichring ward dorch sei ... ... Die Sicherung wird durchgebrannt sein ...

kochend heiß <))

 NEU Siefern
Nieselregen

ganz leicht regnen (Sprühregen) <Verb>
Richtsch reenge tuts net, s siefrt bluß e bill. ... Es regnet nicht richtig, es ist bloß Sprühregen.

sieben [mengen]

 NEU Silberfeedn, de
Lametta (Silberfäden) - Baumschmuck
Stunnelang hängt dar de Silberfeedn an Christbaam, enn wie en annern. ... Stundenlang hängt er die Silberfäden an den Christbaum, einen wie den anderen.

 NEU Silberfeedn zammnamme2
sich konzentrieren, aufpassen
Bei dor Priefing musste ober deine Silberfeedn zammnamme. ... Bei der Prüfung musst du dich aber konzentrieren.

überlegen [wörtlich: simpeln] <Verb>
...dei Name fillt mr noch ei - ich muss noch simpeliern. ... ... dein Name fällt mir noch ein - ich muss noch überlegen.
Nu fachsimpln se schu wiedr. ... Nun fachsimpeln sie schon wieder.

 NEU sinstwuhie
sonstwohin; irgendwohin
Dar wollt sinstwuhie. ... Der wollte irgendwohin.(Ich weiß nicht, wo er hin wollte.)

 NEU s´is
es ist
S´is glei suweit. ... Es ist gleich soweit.

sonst
Setz de Mitz auf, sist warschte nass. ... Setz die Mütze auf, sonst wirst du nass.

 ÄND siste
siehst Du (vorwurfsvoll, überzeugt)
Siste, siste, iech hobs gesaht. ... Siehst du, ich habe es gesagt.
Siste se? ... Siehst du sie?

solche (auch sotte)
S gibt meh sitte als sitte! ... Es gibt mehr solche als solche!

 NEU Sommrwarml, Sonnewarml
Marienkäfer
De glabst net, wos die Sommrwarmln for ne Menge Blattleis frassn kenne. ... Du glaubst nicht, was die Marienkäfer für eine Menge Blattläuse fressen können.

Sonn, de
die Sonne
de Sonn gieht auf ... die Sonne geht auf

 NEU soocht
sagt
Hier soocht mr Glück auf ... Hier sagt man Glück auf

 NEU Sook, dr
Sack
dr Sook mit de Ardäppln ... der Sack mit den Kartoffeln

 NEU sooß
saß
In ennr Schneeweh sooß ar fest. ... Er saß in einer Schneewehe fest.

 ÄND soot
satt <Adjektiv>
Iech hobs soot! ... Ich habe es satt!
Nu bie iech soot. ... Nun bin ich satt.

 NEU Sorch, de
Sorge
De Sauferei is deine eenzsche Sorch. ... Die Trinkerei ist deine einzige Sorge.

graues Haar
Su gung un schu graue Haar: Sorgnschimml is dos. ... So jung und schon graues Haar: der hat viele Sorgen.

 ÄND Sorngschimml
-

solche
sotte Kinnr mecht iech a hamm ... solche (z. B. artigen) Kinder möchte ich auch haben

 NEU sozschal
sozial; das (geregelte) Zusammenleben der Menschen in Staat und Gesellschaft betreffend; auf die menschliche Gemeinschaft bezogen, zu ihr gehörend
Net olle denkn sozschal, viele denkn bluß an siech. ... Nicht alle denken sozial, viele denken nur an sich.

 NEU Spacht, dr
Specht
Dar Spacht sucht Warmln in Baamstamm. ... Der Specht sucht Würmchen im Baumstamm.

 NEU Spack, dr
Speck
Mit Spack fängt mor Meis. ... Mit Speck fängt man Mäuse.

 NEU Spackfettbemm
hochdeutsch: Griebenschmalzstulle [essenhungermahlzeitspeisen]
Wirt, ner bring emol e Spackfettbemm ehar! ... Wirt, eine Griebenschmalzstulle bitte! [essenhungermahlzeitspeisen]
Heit Omd gibts bei unre Leit Spackfettbemm! ... Heute Abend gibt es bei uns Griebenschmalzstullen. [essenhungermahlzeitspeisen]

 NEU Spalkn, de
Stücke (Spalten)
Äpplspalkn ... Apfelstücke

 NEU Sparrlich, dr
Sperling
Machne saa Sparrlich annre Spaatz. ... Manche sagen Sperling andere Spatz.
Iech saa doch net Sparrlich ze meiner Fraa, bist wuhl bleede. ... Ich sage doch nicht Sperling zu meiner Frau, du bist wohl blöd.

 NEU speet
spät
Ze Bett, s is schu speet! ... Ins Bett, es ist schon spät!

neugierige Person (abwertend); auch allgemein Schimpfwort [wörtlich: Sperrgusche = offener Mund] [schimpfwoerter]
Guck net har, du alle Sperrgusch. ... Guck nicht so neugierig.
Du alte Sperrgusch musst diech aa miet neihänge. ... Du musst dich nicht auch noch in das Gespräch einmischen.

 NEU spitzsch
spitzig, spitz; 1. schmal zulaufend; 2. abgezehrt; 3. etwas bemerken
Die Pfleck sei spitzsch genung. ... Die Pflöcke sind spitz genug.
Die Mad sah abr spitzsch in Gesicht aus. ... Das Mädchen sah aber schmal im Gesicht aus.
War net esu spitzsch. ... Lass deine spitzen Bemerkungen.

 NEU sprazn
spreizen; etwas (seitwärts) auseinanderbreiten; <Verb>
Spraz diech mol net su hie. ... Setz dich mal ordentlich hin.

Gießkanne

 NEU Sprich, de
Sprüche
... wie in dr Poletik: ner gruße Sprich! ... ... wie in der Politik: nur große Sprüche!

Sproch, de
Sprache
Meine Schwast hot en Sprochfahler, statt "Erntefest" saat immr "feste Ernst". ... Meine Schwester hat einen Sprachfehler, statt "Erntefest" sagt sie immer "feste Ernst".
Unnre Sproch will vrstanne sei. ... Unsere Sprache will verstanden sein.

sprudeln; beim schnellen Sprechen Speichel aus den Mund schleudern <Verb>
Ei, wie schie die Quelln sprudln. ... Oh, wie schön die Quellen sprudeln.
Dar hot ne ganz feichte Aussproch, dar sprudlt beim Redn. ... Der hat eine ganz feuchte Aussprache, der sprudelt beim Reden.

 NEU Spundis, dr
Spundus; Respekt, Furcht, Angst
Vor dan Hund hob iech Spundis. ... Vor diesem Hund habe ich Respekt.

 NEU spuukn
spuken; schimpfen <Verb>
Du musst aa mol spuukn! ... Du musst auch mal schimpfen.

 NEU Staa1, dr (de)
der Stein, die Steine

 NEU Staab, dr
Staub
Namm emol en Lappn un wisch dan Staab ab, wie dos bei uns aussieht. ... Nimm mal einen Lappen und wisch den Staub ab, wie das bei uns aussieht.

Steinberg [gemeinden]

 NEU Staabruch, dr
Steinbruch

 NEU Staakuhln, de
Steinkohlen

 NEU Staanle, de
Steinchen
Klaane, heb de Baanle, is kumm Staanle. (Später: Alle, heb se Sockn , is kumm Brockn.) ... Kleine, heb die Beinchen, es kommen Steinchen. (Später: Alte, heb die Socken, es kommen Brocken.)

 NEU Staapilz, dr
Steinpilz
... iech find kaane Staapilz ... ... ich finde keine Steinpilze

Stabl, is
das Stäbchen
iech ka net mitn Stabl assen ... ich kann nicht mit dem Stäbchen essen
e Stabl for de Blume ... ein Stäbchen für die Blume

 NEU stackln
mit Stöcken laufen (Nordic Walking) <Verb>
Stackln is ne ganz gesunde Beweschungsart. ... Nordic Walking ist gesund.

 NEU Stackn, dr
der Stecken
An dan Stackn kaste deine Blum abinne. ... An diesem Stecken kannst du deine Blumen anbinden.
Heit stieht kaa Stackn grod. ... Heute steht kein Stecken gerade. (Heute geht alles schief.)

 NEU Stacknpfaar, is
Steckenpferd, Hobby

steinhart <Adj.>
Dar Bauch war stahort, die musstn glei operiern. ... Der Bauch war steinhart, die mussten gleich operieren.

Stampf, dr
dickwandiges Schnapsglas

 ÄND starhm
sterben <Verb> [tod]
Alle Leit missn emol starm ... Alle Menschen müssen irgendwann sterben

 NEU starzisch
überstürzt; in Hast und ohne genügend Überlegung; übereilt; hektisch
Die Weibsn sei wieder starzisch wagn dan bill Grillohmd. ... Die Frauen sind wieder hektisch wegen dieses Grillabends.

nach oben stehen (z.B. die Haare) [wörtlich: stürzeln] <Verb>
Dei Hoor starzln abr heit. ... Dein Haar steht aber heute hoch. (es steht zu Berge)

staubsaugen <Verb>
Du hast schu lang net gestaubsauchrt. ... Du hast schon lange nicht Staub gesaugt.

stöbern, suchen <Verb>
Iech hobs net hier, iech muss arscht mol stebrn. ... Ich habe es nicht hier, ich muss erst mal suchen.

stark schneien <Verb>
Gastern hats esu gesteebert, doss mer de Stroßnbaam nimmer g'saah hot. ... Gestern hat es so gestöbert, dass man die Straßenbäume nicht mehr gesehen hat.

 NEU Stee2, dr, (de)
der Stein, die Steine
Heb mol de Stee auf! ... Hebe mal die Steine auf!

 NEU Steiflknacht, dr
Stiefelknecht, Gerät zum leichteren Ausziehen der Stiefel

 NEU Steppl, dr
Stöpsel, 1. runder oder zylinderförmiger Gegenstand aus härterem Material zum Verschließen einer Öffnung; 2. (Bananen-) Stecker; 3. kleiner [dicker] Junge
Dr Steppl sitzt fest. ... Der Stöpsel sitzt fest.
Du mustt dan Steppl in de Buchs steckn. ... Du musst den Stöpsel in die Buchse stecken.
Su e frechr Steppl. ... So ein frecher Stöpsel.

Sterz, de
Topfdeckel [wörtlich: Stürze] [haus]
Namm emol fix de Sterz runner! ... Nimm bitte schnell den Deckel vom Topf! [haus]

 NEU stewied
stupide; beschränkt; geistlos; ohne geistige Beweglichkeit oder Interessen; langweilig, monoton, stumpfsinnig zum anderen aber auch nach etwas verrückt sein oder etwas unbedingt haben wollen und zum Dritten ziellos, nervös
Die sei su stewied, die gieh uhne Kopp an die Sach na. ... Die sind so stupide, die gehen derart unüberlegt an die Sache ran.
Die is stewiede uff denn Moa. ... Sie interessiert sich nur nach dem einen bestimmten Mann.
Die Katz is heit stiwiede. ... Die Katze rennt rauf und runter und wirkt angespannt.

stichig
De Haar warn schu stichlet. ... Die Haare ergrauen.

 NEU Stickl, is
Stückchen
... e ganzes Stickl Buttr hot dar zammgefrassn ... ... ... ein ganzes Stück Butter hat er aufgegessen ...

stehen (auch stinne) <Verb>
Schwamme stiehe noch keene. ... Pilze stehen noch keine.

stellen <Verb>
Still dei Fahrrod net an die neie Wand. ... Stell dein Fahrrad nicht an die neue Wand.
Mir stilln uns itze eefach hierhar un warten. ... Wir stellen uns jetzt einfach hierher und warten.

sehr faul
Dumm issr net, abr stinketfaul! ... Dumm ist er nicht, aber sehr faul!

stehen (auch stiehe)
Schwamme stinne noch ... Pilze stehen noch

 ÄND Stitz, de
die Stütze oder verkürzt für Stützpfahl
Wenn dar Baam keene Stitz kriecht, hats ne bein nächstn Windstuß im. ... Wenn der Baum keinen Stützpfahl bekommt, haut es ihn beim nächsten Windstoß um.

 NEU Stitzngrie
Stützengrün [orte]

 NEU Stöck, de
Baumstümpfe, Baumwurzeln (früher wurden sie für die Brennholzgewinnung gerodet)
War tut dee heit nuch Stöck raus? ... Wer gräbt denn heute noch im Wald Baumwurzeln aus?
"Wos ward dee dos?" freecht dor Farschtr. - "Iech tu Stöck raus." - "Do is abr nuch dr ganze Baam dra!" - "Ach, dos hobsch gar net gesah!" ... "Was wird denn das?" fragt der Förster. - Ich mache Baumstümpfe raus." - "Da ist aber doch der ganze Baum dran!" - "Ach, das habe ich gar nicht gesehen!"

 NEU Stoob, dr
Stab
For de Tomatnpflanz mechste schu en Stoob in de Ard puchn.. ... Für die Tomatenpflanze möchtest du schon einen Stab in die Erde schlagen.

 NEU stook
steckte <Verb>
Bis ze de Wodn stook dar in Schlamm. ... Bis zu den Waden steckte er im Schlamm.

 NEU straachln (sträächln)
streicheln <Verb>
Iech wollt die Katz bluß sträächln (straachln) ... Ich wollte die Katze bloß streicheln.

 NEU streesich
stressig, starken Stress bewirkend; aufreibend, anstrengend, geschäftig
Heit sei die abr streesich. ... Heute sind sie aber stressig

streuen <Verb>
S is glatt, mir missn noch strehe! ... Es ist glatt, wir müssen noch streuen!

Streichr1, dr
Herumtreiber
Die zwee Mäd sei fei ganz schiene Streicher. ... Die zwei Mädchen sind ganz schöne Herumtreiber.

Streichr2, de
die Sträucher
Iech hob keene Baam, bluß Streichr. ... Ich habe keine Bäume, nur Sträucher.

streuen, siehe strehe <Verb>
Uff dan sauern Kuung kaste schu noch e bill Zuckr streie. ... Auf den sauren Kuchen kannst du schon noch etwas Zucker streuen.

kleiner Strauß, Sträußchen
e Streißl Blum ... ein Sträußchen Blumen
E Blumetopp odr e Streißl? ... Eine Topfpflanze oder ein Sträußchen?

 NEU Striezl, dr
Mohnstollen (Dresdner Striezel)
Diesgahr giehts wiedr nach Drasdn uffn Striezlmarkt. ... Dieses Jahr fahren wir wieder nach Dresden auf den Striezelmarkt.
Stolln un Striezl schmeckn beede gut. ... Stollen und Striezel schmecken beide gut.

Streichhölzer
De Striezln sei net zen Gaknl do! ... Die Streichhölzer sind nicht zum Spielen da!

Strimp, de
Strümpfe
Deine Strimp hamm Lechr. ... Deine Strümpfe haben Löcher.

 NEU Stroof, de
Strafe
Dar ward schu nuch seine Stroof krieng. ... Der wird schon noch seine Strafe kriegen.

 NEU Struh, is
Stroh
Nur Struh im Kopp! ... Er hat nur Stroh im Kopf (also: kein Hirn).

 NEU Strumphus, de
Strumpfhose
... ne Strumphus hattr iebern Kopp ... ... ... eine Strumpfhose hatte er über dem Kopf ...

 NEU stülprn
stülpen; umwenden <Verb>
Iech hob olles imgestülprt, iech finds net. ... Ich habe alles umgestülpt, ich finde es nicht.

 ÄND Stump, dr
der Stumpf
dr Baamstump ... der Baumstumpf
Wos saat de dei Rasnmäher ze dan Stumpl in dor Wies? ... Was sagt denn dein Rasenmäher zu dem Stumpf in der Wiese.

 NEU Stunn, de
die Stunde
Enne Stunn is fix wag. ... Eine Stunde ist schnell vergangen.
For die Arbett brauchsch noch fimfvartl Stunn. ... Für diese Arbeit brauche ich noch 1 Stunde und 15 Minuten (5 Viertelstunden).

 NEU Stuum, de
die Stuben, Wohnräume
Die Stuum sei viel ze klee. ... Die Wohnräume sind viel zu klein.

so (siehe auch esu) [vorsilben]
Iech mach dos eefach su, esu giehts namlich schenner. ... Ich mach das einfach so, so geht e nämlich besser.

Sudl, de
Jauche (wird zur Düngung auf Felder verspritzt)

 NEU sulang
so lange
sulang s net reengt ... ... so lange es nicht regnet ...

 NEU Sulat, dr
der Salat; 1. mit verschiedenen Marinaden oder Dressings zubereitete kalte Speise aus [zerpflückten] Salatpflanzen, Obst, frischem oder gekochtem Gemüse, Fleisch, Wurst, Fisch o.ä.; 2. Kopfsalat, Blattsalat; 3. Durcheinander, Wirrwarr; Unordnung
1. Dar Sulat is ja fein. ... 1. Der Salat ist ja fein.
2. Dr Sulat fängt schu aa ze schissn. ... 2. Der Salat fängt schon an zu schießen
3. Bei mir is aa su e Kablsulat. ... 3. Bei mir ist auch so ein Kabelsalat.

 NEU Sums, dr
Umstände, Aufsehen
Suviel Sums machn mr net. ... Wir machen nicht soviele Umstände.

Sonntag [wochentage]
in dr sunndichs Frieh ... in der sonntags Frühe [zeiten]

 NEU Sunnewerbl
Junikäfer
Is war suzesaa iebr Nacht passiert. ... Es war gewissermaßen über Nacht geschehen.

Sonnabend [wochentage]

Supp, de
Suppe [speisen]
In deine Supp guckn meh Aang nei als raus. ... In deine Suppe sehen mehr Augen hinein als heraus. (fettarme Zubereitung)

Suß, de
Soße [auch Tunk]

sowieso
Wos iech saah is suwesu folsch. ... Was ich sage ist sowieso falsch.

 NEU suwos
so etwas
suwos musst du grod saa ... ... so etwas musst du gerade sagen ...

 NEU suzesaa
sozusagen; gewissermaßen (man könnte es so sagen)
Is war suzesaa iebr Nacht passiert. ... Es war gewissermaßen über Nacht geschehen.